Vor, über und hinter dem Gotthard

Vor, über und hinter dem Gotthard

Vor, über und hinter dem Gotthard

Das Klassenlager der Mittelstufe fand dieses Jahr in der Gotthardregion statt. Ein Wandertag auf dem Weg der Schweiz, zwei Nächte auf einem Bauernhof im Erstfeld, eine Wanderung die Schöllenenschlucht hinauf und das Erklimmen des Gotthardpasses bis nach Airolo waren das Gerüst des Programms. Bei herrlichstem Wetter, bester Stimmung, viel Kreativität und Spiel, feinem Essen und vielen, vielen Erlebnissen verbrachten die zwölf Kinder und drei Erwachsenen diese vier Tage. Wie toll, dass sich die Hälfte der Kinder entschlossen hatte, den ganzen Gotthard von Hospenthal bis Airolo zu Fuss zu überqueren – ein 6-stündiges Unterfangen bei grösster Hitze.
Es gäbe sehr vieles zu erzählen: Dem Bauern beim Heuen und Steinelesen helfen, Dorfführung in Erstfeld, selber ein Mittagessen einkaufen, das Rütli, die Badi in Flüelen, viele Karten- und Ballspiele, riesige Hagelkörner und ein nasser Matthias, Alpentörtchen und Enzian, das Suworow-Denkmal, eine gefundene Bombe, ein edler Zugwagen, Geschichtsunterricht vor Ort, der Umgang mit seinen Grenzen …

 

Im Schulunterricht beschrieben die Kinder danach quasi aus der Distanz und wie als Unbeteiligte einzelne «Schnappschüsse» dieser vier Tage aus der Erinnerung. So als hätte man ihnen ein Foto in die Hand gedrückt, welches sie nun beschreiben müssen ohne zu wissen, worum es sich handelt. 

 

«Ich sehe ein grosses Kreuz, das aus Bronze besteht und in die Felswand gemeisselt ist.
Darunter einige Linien mit goldenen russischen Buchstaben. Davor liegen Blumenreste, rote und weisse. Ich sehe Kinder, die die russischen Buchstaben entziffern, sie halten Hilfsblätter mit dem russischen ABC in den Händen. Es hat eine Tafel, auf der Tafel steht, dass das hier ein Denkmal für Suworow ist. Da steht auch, dass er hier die Franzosen besiegt hatte. Ebenso sieht man, dass die Kinder ihre Namen zu schreiben versuchen.»

(Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht)

 

«Ich sehe viel Wasser und eine Rutsche. Als Hintergrund sehe ich Felsen. Neben den Felsen sehe ich ein Dörfchen und vor dem Felsen ein Schiff, das die Aufschrift ‚Europa’ trägt. Vor dem Schiff sehe ich drei gelbe Bojen – wahrscheinlich sind da noch mehr Bojen vorhanden. Vor den Bojen ist ein Floss, das schwimmt. Auf dem Floss sehe ich ein Kind, das ein anderes ins Wasser zu stossen scheint. Sind wohl noch andere Kinder dabei? Ich vermute, das zweite Kind sprang hinterher.»

(Strandbad Flüelen)

 

«Man sieht drei Kinder, die ein Glas in der Hand halten. Im Hintergrund seiht man zwei Säulen, die vor einem Haus stehen. Es sieht aus, als würden die drei Kinder mit dem Glas anstossen. Die drei Kinder sitzen auf einem Stuhl. Hat es vielleicht noch andere Kinder? Ich vermute, sie sitzen in einem Restaurant.»

(Pizza-Essen in Airolo nach der Überquerung des Gotthards)

 

«Ich sehe viele Kinder auf Stühlen sitzen in einem Raum mit Blumen auf dem Tisch. An der Wand hängt ein Bild mit einer sehr kurvigen Strasse, ausserdem ist da ein Fenster.
Ich sehe noch einen Mann mit etwas in der Hand, welcher links im Bild die Treppe herunter läuft. Auf den Tischen stehen Teller und Gläser.»

(Nachtessen in der Jugendherberge Hospenthal)

 

«Im Hintergrund sieht man eine schwimmende Insel. Der grösste Teil des Bildes ist Wasser. Ich sehe zwei Kinder, die im Wasser schwimmen. Ein Standup-Paddle ist leer und und auf einem zweiten Standup-Paddle paddelt ein Junge in Richtung des leeren Paddles.
Die schwimmenden Kinder im Wasser schwimmen zur Insel. Wahrscheinlich spielen sie Piraten und haben gerade ein anderes Boot geentert.»

(Strandbald Flüelen)

 

«Dieses Foto zeigt ein paar Kinder, die auf einer saftig grünen Wiese mit einem Ball spielen. Im Hintergrund entdeckt man schwarze Kühe am Weiden. Man sieht, dass die Kinder viel Spass haben. Ich vermute, dass sie eine Art Volleyball spielen, wegen ihrer Handbewegungen.»

(Bauernhof Bielenhof, Erstfeld)

 

«Im Hintergrund sehe ich Berge, es fliesst ein Bächlein in einen Bergsee. Dann sehe ich noch einen Jungen, der einen Fuss ins Wasser hält, ebenso kleine Fische rundherum. Ich vermute, der Bergsee ist sehr kalt, vielleicht geht der Junge ganz ins Wasser. Nachher hat er wahrscheinlich sehr kalt! Sind vielleicht noch mehr Kinder da? Sind andere ganz ins Wasser gegangen?»

(Bergsee auf dem Gotthardpass)

 

«Ich sehe einen langen Tisch mit vielen Kindern, welche am Tisch sitzen. Ein Keller trägt in beiden Händen eine Pizza. Auf dem Tisch stehen viele Plastikbecher und viele Krüge. Die Kinder sehen sehr erschöpft aus und sind auch sehr rot.»

(Airolo, Pizzeria)

 

«Ich sehe einen wilden Bergbach mit vielen Steinen. Links aussen sitzt ein Mann auf einem Stein. Er angelt, aber er hat kein Glück, denn der Kessel ist leer.»

(An der Reuss bei Göschenen)

 

«Auf dem Bild sehe ich einen Jungen mit kurzen braunen Haaren in einer Badehose mit weissen Blumen. Der Junge liegt gerade auf einem Standup-Paddle und rudert mit seinen Armen im Wasser. Ich vermute, dass der Junge glücklich ist.»

(Strandbad Flüelen)

 

«Auf diesem Bild sehe ich zwei Jungen, die ein Kartenspiel spielen. Die Jungen halten Karten in der Hand, aber es liegen keine Karten auf dem Tisch. Daran lässt sich vermuten, dass sie ein Quartett spielen. Hinter dem Tisch befindet sich ein Fenster.»

(Bauernhof, Erstfeld)

Die gallische Mauer, die niemand durchbrechen kann (Cäsar)

Die gallische Mauer, die niemand durchbrechen kann (Cäsar)

Die gallische Mauer, die niemand durchbrechen kann (Cäsar)

Auf einer Exkursion der Mittelstufe zu unserem aktuellen Thema «Kelten» staunten wir nicht schlecht: Nur 15 Minuten Autofahrt von uns entfernt, wenig über der deutschen Grenze, sieht man heute noch die eindrücklichen Überreste eines ursprünglich 750 m langen Keltenwalls. Schon Cäsar soll diese Keltenwälle als unüberwindbar beschrieben haben! «Unser» Keltenwall befindet sich hinter dem heutigen Dorf Altenburg, wo sich von ca. 150-15 v. Chr. ein keltisches Oppidum (Siedlung) befunden hatte und zwar eines der grössten in Süddeutschland. Luftaufnahmen zeugen davon, dass noch heute immense Metallfunde im Boden liegen und vom Leben damals berichten könnten.
Auf unserer Exkursion mit Frau Baumgart, einer Exkursionsleitenden des Naturparks, lernten wir viel Spannendes über dieses Volk. Die besondere Lage in der Rheinschleife mit ihren steilen Abhängen ermöglichte ein sicheres Wohnen. Da die Händler wegen des Rheinfalls ihre Waren ausladen mussten, entstand hier ein grosser Marktplatz. Der Rheinfall könnte zusammen mit der Rheininsel bei Rheinau auch als magischer Ort gegolten haben. Die Kelten glaubten an einen fliessenden Übergang zwischen Diesseits und Jenseits. Wasserfälle, so wird vermutet, könnten als Tor zur Anderswelt (wie damals das Jenseits bezeichnet wurde) verehrt worden sein.
Wir erwischten einen wunderschönen Frühlingstag und am liebsten wären die Schüler natürlich länger dort geblieben, um selber Kelten zu spielen.

Ganz neue Lernerfahrungen

Ganz neue Lernerfahrungen

Ganz neue Lernerfahrungen

Aktuell unterrichten wir so viel wie möglich draussen, um das Tragen der Maske ein wenig reduzieren zu können. Unsere fleissigen Eltern haben Blachen-Dächer gebaut, ein Festzelt aufgestellt, die Scheune geputzt, Festbänke geliefert, Heizpilze organisiert und beliefern unsere Schüler in jeder Pause mit warmer Suppe und Tee.

Ganz neue Lernerfahrungen sind auf diese Weise möglich!

Unsere sehr kreative BGT-Lehrerin hat sich entschieden, im Januar mit Weidenruten zu arbeiten, damit die Kinder schön in Bewegung bleiben. So entstehen wunderbare Gebilde, die jede Woche etwas mehr Gestalt annehmen. Die Unterstüfler bauen zur Zeit ihre Januarprojekt-Tiere aus Weiden.

Am schlimmsten war das Handy der Lehrerin

Am schlimmsten war das Handy der Lehrerin

Am schlimmsten war das Handy der Lehrerin

Am 22. November besuchten die Mittelstufe das Interkantonale Labor in Schaffhausen im Zusammenhang mit unserem NMG- Thema „Bakterien“.
Eine Woche zuvor hatten wir im Schulunterricht Abklatsch- Proben von verschiedenen Dingen genommen, z.B. von der WC- Spülung, dem Griff unserer Mikrowelle, einer Stuhl- Sitzfläche, Kreide, einer gebrauchten Maske von innen, einer Schuhsohle, einem Geldstück…
Insgesamt 20 Proben hatten wir dem Labor überbracht, 10 behielten wir als Kopie im Schulzimmer. Im Labor verbrachten die Proben 4 Tage intubiert bei 30 Grad. Was uns neben allem anderen, das wir im Labor lernten, am meisten interessierte, war natürlich, auf welche Sachen in unserem Schulhaus am meisten Bakterien nachgewiesen würden. Zuerst allerdings lernten wir, dass Bakterien, um sich zu vermehren einen Nährboden brauchen, Luft (nicht alle), Feuchtigkeit und Wärme. Aber nicht alle vermehren sich bei jeder Temperatur gleich gut. Das sah man dann an den Unterschieden zwischen den Schulzimmer- Proben und denen, die bei 30 Grad eingelagert waren.
Auch lernten wir erneut, dass der Grossteil der Bakterien nicht schädlich ist und es nicht schlimm ist, wenn auf der WC- Spülung Darmbakterien nachgewiesen werden. 
Die Unterstufe hatte im Schulzimmer übrigens mit dem Toastbrot- Experiment nachgewiesen, dass Händewaschen mit Seife effektiver ist als Desinfizieren. Deshalb: Eine normale Hygiene genügt, um uns vor Bakterien zu schützen!
Wir erfuhren von der Arbeit des Lebensmittelinspektors und den Aufgaben des Labors (sie kontrollieren die Gewässer im Kanton Schaffhausen, Leitungswasser, Brunnen, Badis, Einkaufsläden, Restaurants, Gelaterias…), erhielten nochmals einen Theorie- Block über Bakterien und durften im Mikroskop Hefezellen betrachten und im angrenzenden Raum erfahren, dass jeder einzelne Gegenstand aus dem Labor, bevor er in den Abfall entsorgt wird, eine Stunde lang bei über 130 Grad erhitzt wird.
Ja und die Resultate unserer Proben? Wie erwartet: Das Geld war stark schmutzig. Auch den Ring des Trinkbechers konnte man gut erkennen. Und iiiiih- der Türgriff unserer meistbenutzten Tür im Schulhaus, oder der Griff der Mikrowellentür!!! Aber der absolute „Gewinner“: Das Handy der Lehrerin!!!!
Biodiversität

Biodiversität

Biodiversität

  1. Oktober 2021

 Biodiversität ist ein Thema, das zurzeit in vieler Munde und Medien zu finden ist. Auch wir wollten dafür etwas tun. Nachdem alle Schüler anfangs Schuljahr den Klettgauerhof besichtigt hatten, auf welchem Regula Gysel- Stoll seit zehn Jahren ein Paradies für Pflanzen und Kleintiere geschaffen hat (u.a. Ringelnattern, Schleiereulen…), analysierten die Mittelstüfler unseren eigenen Schulgarten und machten unserem Vermieter Vorschläge, wo wir noch Optimierungen vornehmen könnten.

Am letzten Schulnachmittag vor den Herbstferien war es dann so weit: Bei strahlendstem Herbstwetter entstanden Gruppen und mit viel Muskelkraft und Ausdauer die ersten Projekte: Zwei Bienenhotels, ein Blumen- und Kräuterbeet mit bienenfreundlichen Pflanzen, zwei Ast- und zwei Steinhaufen und Eisentorflügel mit Kletterpflanzen, eine Vogeltränke. Es war eine wahre Freude, dem Gewusel in unserem Schulgarten zuzuschauen und zu beobachten, mit wie viel Spass die Schüler schleppten, stachen, pflanzten, massen, sägten, schichteten, stopften. Für das Füllen der Bienenhotels verwendeten wir hauptsächlich Strangfalzziegel (auch Biberschwanzziegel genannt), welche uns die Firma Schlatter und Zollinger Dachdecker aus Hallau grosszügigerweise geschenkt hatte. Die Löcher in diesen Ziegeln haben den idealen Durchmesser für einige Wildbienenarten.

Jetzt sind wir gespannt, was dann nach der Winterruhe ab nächstem Frühling alles für Leben einkehrt und freuen uns auf neue kleine MitbewohnerInnen!