Die „Tandem-Lese-Methode“ – Unsere selber getestete Leseförderung-Methode
Die 1./2. Kl. (9 Kinder) und ich haben diese Methode im letzten Semester ausprobiert, hier unsere Erfahrungen.
Zuerst Mal, wie funktioniert diese Methode?
Man arbeitet zuzweit, mit einem Text oder Buch, das auf dem Niveau des jüngeren Kindes ist.
Beide legen einen Zeige-Finger unter den Buchstaben, der vorgelesen wird…
Den Vorleser nennen wir „Sportler“, den „Lesestärkeren“ nennen wir „Trainer“ und dieser liest im Kopf mit, kann deshalb auch korrigieren oder unterstützten, wenn der „Sportler“ Hilfe braucht.
Sie sehen ein Video einer Tandem-Lesen-Sequenz:
Anmerkung:
Eigentlich sollte das Kind (im Film rechts) seinen Finger auch direkt neben dem Finger seines Trainers haben.
Ds Wort, was vorgelesen wird: Genau dort sollen die Finger darunter mitfahren (Alternativ kann es auch ein bunter transparenter Streifen, den beide mit dem Fingern führen sein).
Weshalb ist das so wichtig?
Beide sehen das Wort und sprechen es aus und hören es. (Sie üben absolut gleichzeitig zu lesen).
Der „Trainer“ liest sehr leise oder nur im Kopf mit – der „Sportler“ laut. Das Tempo wird dem des „Sportlers“ angepasst.
Nach einer Seite des Buches werden die Rollen getauscht, oder die Partner 
Folgendes war nicht so einfach und erforderte eine ordentliche Planung:
Die Leseförderungs-Methode muss für alle Kinder verständlich und sorgfältig eingeführt und regelmässig angewendet werden! (ca. 2x pro Woche, z.Bsp. 15 min).
Was hat es nun gebracht? Wozu der Aufwand?
Neben dem offensichtlichen Lesetraining fördert und fordert das Lesetandem ihre soziale Kompetenzen (Geduld, Korrekturen annehmen können, einen gemeinsamen Lese-Flow finden).
Vor 8 Jahren habe ich diese Methode in einem Deutsch-Seminar kennengelernt. Mein PHSH-Dozent meinte: Diese Methode ist eine der Lese-Lern-Förderungs-Methoden Nr.1, wegen den ausserordentlichenschnellen Fortschritten.
Nach der Durchführung im letzten Semester, mit der 1. und 2. Klasse, meine ich dazu:
Die Aussage des Dozenten damals, kann ich 100% zustimmen.
Ich staune über die Lesefortschritte und über die sozialen Entwicklungen der Kinder. Ihre Lernbereitschaft stieg ebenfalls deutlich an, wenn es ums Lesen ging.
Die Lese-Fortschritte waren bei 80% der Klasse Kinder verblüffend schnell und gross.
Zusätzlich wirkten die meisten Kinder dem Lesen viel positiver gegenüber eingestellt.
Die Kinder arbeiteten wärend der Tandem-Lese-Sequenz sehr selbstständig und verlässlich. Sie waren intrinsisch motivierter zu lesen, wenn sie im Tandem lesen durften. Sogleich rannten sie zur Bücherwand (um ein Buch auszusuchen) und begannen zügig mit dem lesen.
Ich vermute ein Grund dafür ist: Sie bemerkten selbst ihre hörbaren Lese-Erfolge. 💪
Ich bin sehr stolz auf diese Kinder, die sich auf dieses für sie neue Leseförderungs-Projekt eingelassen haben und ihre eigenen Fähigkeiten erkannt haben. 👍
🏠
➡️ Diese Methode kann man genauso mit Eltern/Grosseltern/Onkel machen.
Wieso nicht eine kurze Sequenz Tandem-Lesen, noch vor der Gutenachtgeschichte. 😃 😉
Verfasst von Lisa Rüegger September 2025
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